Andachten, Gottesdienste, Oasentage, Kirchentag ...
Christliches Miteinander aktiv erleben - dazu gibt es am Martin-Luther-Gymnasium vielfältigste Möglichkeiten.
Bis 1999 fuhren interessierte Schüler (es gab stets mehr Bewerber als freie Plätze) ins Benediktinerinnenkloster der Barockstadt Fulda. Einmalig sind die Schwestern dort: modern und aufgeschlossen, humorvoll und voll von heute. Oft waren es die Wochenenden um Ostern und im Advent, wenn wir dort ein paar Tage der Ruhe, Meditation und Entspanung verbrachten.

Diese schöne Tradition wird nun mit unseren "Oasentagen" und den "Tagen der Besinnung" - u.a. bei den Ursulininnen in Erfurt fortgesetzt.

Zeit der Besinnung (von Juliane Daut)
Oasentage, was sind das eigentlich? Schaut man im Lexikon nach, so findet man für den Begriff Oase zwei Erklärungen. Die erste stimmt nicht wirklich mit der von uns gemachten Erfahrung überein. Oder waren wir in einer fruchtbaren, von Vegetation umgebenen Wasserstelle in der Wüste? Die zweite Darstellung des von mir aufgesuchten Begriffes jedoch scheint einen Einblick zu geben, was auch in diesem Jahr wieder uns, den Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen des Martin-Luther-Gymnasiums in Eisenach, während der vom Ursulinenkloster in Erfurt angebotenen Oasentage erwartete. Denn es steht geschrieben, dass eine Oase auch ein Platz sein kann, welcher völlig abgeschrimt erscheint und somit ein Ort der Ruhe und Entspannung ist. Na also, da haben wir es ja. Doch wo findet man hier in Deutschland einen solchen Platz? Ich glaube zwar, wenn man wirklich einen Ort der Ruhe finden möchte, so kann man auch schnell einen solchen unterschiedlichster Art ausfindig machen. Wir bekamen diesen Ort jedoch schon im Voraus genannt und mussten uns somit nicht erst auf die Suche begeben. Für uns sollte diese Oase der Ruhe, des Nachdenkens und der Entspannung der Lutherpark, genauer gesagt das evangelische Tagungsheim in Erfurt, sein. Schwester Jutta, Ordensschwester im Ursulinenkloster, begleitete uns während dieser Tage und half Antworten auf Fragen, welche im Alltag meist unbeantwortet bleiben, zu finden. Fragen, welche sicher auch Sie nachdenklich stimmen werden. Ich weiß nicht, ob Sie sich schon einmal Gedanken gemacht haben, warum Sie vielleicht Tom oder Lisa heißen? Tragen Sie etwa den Namen eines vielleicht verstorbenen Familienmitgliedes oder war es doch der Lieblingsstar Ihrer Eltern, welcher diese zu Ihrem Namen inspiriert hat? Meiner Meinung nach kann schon allein diese Frage in einem Menschen Verwirrung stiften. Mir jedenfalls wurde beim Nachdenken bewusst, wie viel "ICH" eigentlich in meinem Namen steckt. Auch wenn viele von uns mit der Entscheidung ihrer Eltern nicht zufrieden sind, überlegen Sie mal, wie es wäre, wenn Sie jetzt jemand Christoph statt Tom oder Marie anstatt Lisa rufen würde.Wäre dies nicht ein entfremdendes, sehr komisches Gefühl? Doch wo wir gerade beim "ICH" sind. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wer Sie überhaupt sind? Ich meine, dass Sie Frau Schmidt sind ist Ihnen klar, aber wie werden Sie eigentlich von außen gesehen? Zeigen Sie immer Ihre wahren Gefühle? Der Großteil von uns versucht überwiegend nur die Sonnenseiten seines "ICH" zu offenbaren, damit unseren Freunden die wirklichen Gefühle verborgen bleiben und unsere Mitmenschen immer nur das Positive an uns sehen. Gehören auch Sie zu diesen Menschen oder sind Sie der Typ, der immer offen auf andere zugeht und Gefühle zulässt? Ich glaube die Antwort ist oft wichtig um zu verstehen, warum Menschen um uns herum vielleicht so anders reagieren. Und was sind eigentlich die Höhepunkte in unserem Leben? Auch meine Mitschüler und ich haben uns, unser Leben von Geburt bis jetzt, in diesen Tagen des Nachdenkens bewusst gemacht und die positiven sowie negativen Seiten auf einem Blatt aufgezeichnet, Höhe und Tiefen aufgeschrieben und schnell erkannt, dass der größte Teil des Lebens doch recht positiv geprägt war und auch, dass schwarzen Wolken, Regen und Sonne folgen. Denn man sollte nie den Glauben an die Zukunft und an "sich" verlieren. Natürlich kam in diesen Tagen auch der christliche Glaube nicht zu kurz, denn neben kurzen Andachten wurde am Sonntag mit ganz neuen Ansichten eine Agape (gemeinschaftliches Mahl) gefeiert. Schnell war auch für uns die Zeit der Besinnung zu Ende und es ging wieder in die Hektik des Alltags hinaus. Doch die während der Oasentage gewonnenen Erfahrungen und die Meditationsübungen werden uns helfen, auch diese Eile zu bewältigen.
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